Wunde Brustwarzen

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  • By Inga Sarrazin
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Wunde Brustwarzen

Wie kannst Du wunde Brustwarzen vorübergehend schützen, sie nicht noch mehr strapazieren? Was wir Dir heute vorstellen, sind Möglichkeiten zum Schutz bzw. zur Schmerzlinderung, aber keine Therapie.

Wie Du Deine wunden Brustwarzen schonen kannst

Eine verzweifelte Maike rief mich an und berichtete mir von ihren wunden Brustwarzen. Sie erzählte von Rissen an der Brustwarze und starken Schmerzen beim Stillen. Sie bat um eine schnelle Hilfe und war sehr erstaunt, als ich Ihr sagte, dass dies über das Telefon schwierig ist und auf jeden Fall einer Vorort-Begutachtung einer Hebamme oder Stillberaterin bedarf. Eine Beurteilung aus der Ferne ist in diesem Fall schlichtweg unverantwortlich, denn die Ursachen für wunde Brustwarzen können vielfältig sein. Und diesen muss auf den Grund gegangen werden, um eine Verschlechterung oder ein wiederholtes Auftreten zu verhindern. Daher bat ich sie ihre Hebamme schnellst als möglich zu treffen, wollte Ihr jedoch einige Mittel und Wege aufzeigen, die vorübergehend Linderung verschaffen können. Wie kannst Du wunde Brustwarzen vorübergehend schützen, sie nicht noch mehr strapazieren? Was wir Dir heute vorstellen, sind Möglichkeiten zum Schutz bzw. zur Schmerzlinderung, aber keine Therapie.


Das ist nicht normal!

Das Wichtigste vorab: NEIN, du musst Schmerzen und offen Brustwarzen nicht einfach aushalten, dies ist nicht der Normalfall, es hat eine oder mehrere Ursache, denen auf den Grund gegangen werden muss.  Von einer ungünstigen Anlagetechnik über einer falschen Saugtechnik, dem inkorrekten Abdocken von der Brust bis hin zu einer Infektion durch Pilze oder Bakterien oder einem verkürztem Zungenbändchen ist vieles möglich. Fern- und Selbstdiagnosen sind in diesem Fall nicht von Vorteil. Für Deine aktuelle und individuelle Situation ist es unbedingt wichtig, und dass können wir nicht oft genug sagen, Deine Hebamme oder eine Stillberaterin zu Rate zu ziehen, die sich Deine Brust und auch den Stillvorgang direkt anschaut.

Wunde Brustwarze oder gereizte Brust?

Gerade wenn Du das erste Mal stillst, fällt es manchmal schwer zu unterscheiden, ob Deine Brustwarze in normalem Maße beansprucht wird oder der Schmerz ein unnatürlicher ist und andere Ursachen, als die ungewohnte Beanspruch der Brustwarze, hat.

Betrachte doch einmal Deine Brustwarze und schau ob sie kleine Risse oder Hautabschürfungen hat, ggf. findest Du einige Stellen die richtig gehend offen/blutig sind oder sich Schorf gebildet hat? Wenn dazu Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen auftreten, ist es sehr wahrscheinlich, dass Du wunde Brustwarzen hast. Greif also am besten gleich zum Telefon und kontaktiere die Stillberaterin bzw. Hebamme Deines Vertrauens, damit sie sich dies anschauen kann. Was kannst Du zwischenzeitlich zur Entlastung Deiner Brustwarzen machen?

Hygiene für Brust und Hand

Wenn Du stillst, sollte eine gute Hand- und Körperhygiene selbstverständlich sein. Besonders im Falle von wunden Brustwarzen, ist sie sehr wichtig. Bevor Du Deine Brüste anfasst oder massierst, solltest Du Deine Hände gründlich waschen. Um einem Eindringen von Bakterien, Viren oder Pilzen vorzubeugen, ist die schonende Reinigung Deiner Brust bedeutsam. Hierfür kannst Du abgekochtes Wasser, ph-neutrale und duftfreie Seife oder eine sterile Kochsalzlösung 0,9 % verwenden, die in jeder Apotheke erhältlich ist oder auch schnell selbst hergestellt werden kann.

Balsam für die Brustwarze- Feuchte Wundheilung

Möchtest Du die Wundheilung fördern, kannst Du zum Beispiel die Brustwarze mit Muttermilch einreiben und trocknen lassen. Hier können die enthaltenen Antikörper dazu beitragen, dass die Risse heilen.

Auch die Verwendung von reinem Lanolin (Wollfett) als Brustwarzensalbe kann helfen. Einfach auf einen Pad geben und auf die Brustwarze legen und wirken lassen oder nach jedem Ausstreichen/Stillen mit gereinigten Händen auftragen. Bitte denke daran, dies so vorsichtig wie möglich zu machen und die Pads nicht zu lange (bis zum Austrocknen) aufliegen zu lassen.

Eine weitere Möglichkeit kann der Einsatz von einem sogenannten Silberhütchen sein. Silber hat antibakterielle Eigenschaften und kann in Kombination mit Muttermilch helfen. Lasse einfach etwas Muttermilch auf der Brustwarze und stülpe dann ein Silberhütchen darüber.  Dadurch wird die Brustwarze feucht gehalten und fördert die Wundheilung. Diese sind wiederverwendbar und wenn Du keine Allergie hast, eine gute Möglichkeit. Alternativ kannst Du auch eine Hydrogelauflage nutzen. Durch das Auflegen von Gelpads auf die Brust, wird die Brust feucht gehalten und gleichzeitig gekühlt. Dies kann für Dich sehr angenehm und beruhigend für die strapazierte Brust sein. Hier findest du einige Varianten

Doch bitte beachte dabei, dass durch Entfernen dieser, Wunden unter Umständen wieder aufgerissen werden können. Besprich daher die Anwendung am Besten mit Deiner Hebamme oder Stillberaterin.

Schutz für die Brust

Damit Deine bereits wunde Brust nicht noch mehr strapaziert wird hilft es, Deiner Brust möglichst wenig Reibung und viel Luft auszusetzen. Der Still-BH oder Einlagen können Dir plötzlich sehr unangenehm sein, da sie ständig an der Brustwarze reiben.  Versuche so oft als möglich zu Hause Luft an die Brustwarze zu lassen. Sind Dir die Stilleinlagen oder der BH  unangenehm, gibt es Möglichkeiten die Reibung durch diese zu vermeiden. Zum Beispiel kannst Du einen sogenannten Brustwarzenschutz/Brustringe oder auch Wiener Donut genannt, nutzen. Diese legst Du auf Deine Brust, so dass die Brustwarze keine Berührung mehr mit dem BH oder Shirt hat und somit auch keinen manuellen Reizen ausgesetzt ist. Weniger Reizung und mehr Luft kann zur Wundheilung beitragen.

Es gibt verschiedene Varianten, die Du einsetzen kannst. Für die Verwendung zu Hause ist ein Brustring / Wiener Donut /Brustdonut günstig. Diese kannst Du käuflich erwerben oder ganz schnell selbst herstellen. Wie dies mit Mullbinden schnell und einfach geht, hat unsere Kollegin Regine Gresens von www.stillkinder.de in einem tollen und einfach erklärten Video aufgezeichnet.

Im Milchwieseshop findest Du eine käufliche Variante.

Wenn Du unterwegs bist oder der Brustdonut Dir zu sehr ausbeult,  gibt es als weniger sichtbare Lösung einen Brustwarzenschutz. Dieser ist etwas flacher gehalten und fängt gleichzeitig eventuell austretende Milch auf.

Die letze Option, die wir Dir vorstellen möchten, die aber auf jedenfall das Zutun einer ausgebildeten Still und Laktationsberaterin benötig, ist die Behandlung der wunden Brustwarzen mittels der „Low Level Laser“ Therapie. Mittels eines speziellen Lasers können die Brustwarzen behandelt und die Wundheilung gefördert werden. Wie auch bei den anderen Möglichkeiten Dir wir Dir vorgestellt haben, gibt es keine Heilgarantie, teilweise nicht einmal Studien, die die Wirksamkeit belegen. Aber ein Versuch kann es wert sein, damit es Dir übergangsweise Linderung schafft.

Nun bleibt uns nur, Dir einen schnellen Gesundungsprozess und das Entdecken der Ursachen zu wünschen.

Haben wir etwas vergessen oder hat Dir etwas Anderes vorübergehend geholfen? Dann schreibe uns gerne eine Email.

 

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